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vom 04.11.2004
| gel Lüchow. Zweifel bleiben. Im Kreisatomausschuss
zeigte man sich am Dienstag skeptisch darüber, dass es bei einer Terror-attacke mit einem
Passagierflugzeug auf das atomare Zwischenlager Gorleben angeblich zu keiner Katastrophe
käme.
Die Ausführungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) dazu seien »unbefriedigend» und »nicht überzeugend» gewesen, hieß es -einerseits. Andererseits sahen sich die CDU-Vertreter Ulrich Flöter und Klaus Wojahn durchaus verantwortungsbewusst informiert. Flöter: »Ich werde nicht unruhiger schlafen.» Aufgearbeitet hat der Aus-schuss eine Informationsveranstaltung mit dem BfS über mögliche Terrorattacken auf das Zwischenlager (EJZ berichtete). Vorgestellt hatte das BfS dabei einige Szenarien und errechnete Folgen mit dem Gutachten-Ergebnis: Außerhalb des Zwi-schenlagers wäre »keine Gefahr im Verzug». Einschneidende Maßnahmen des Notfallschutzes - sprich: Evakuierungen - wären nicht nötig. Castoren würden allenfalls im Deckelbereich beschädigt -das wäre beherrschbar. So sieht es jedenfalls das BfS. Klaus Westdörp (SPD) fand die Ausführungen »nicht überzeugend». Das BfS habe zu häufig auf Verschlusssachen aus Geheimhaltungsgründen verwiesen. Und für »unbefriedigend» hält Rudi Sprössel (beratendes Mitglied), dass nicht alle Szenarien betrachten worden sind. So sei im ungünstigsten Fall in einem Szenario von einer Hitzeentwicklung von maximal 1100 Grad über zehn Minuten die Rede. Doch die Temperaturen könnten durchaus höher sein -und das auch über längere Zeit. Udo Jentzsch (GLW) erinnerte daran, dass alle errechneten Szenarien wieder nur auf Modellrechnungen für die Castor-Sicherheit zurückgehen. Und eben nicht auf vielfach geforderte reale Falltests der Behälter. Doch an den Berechnungen gebe es nun einmal Zweifel. Jentzsch erwähnte die angeblich fehlerhaften Störfall-Berechnungen für Castoren. Ein vom BfS in Auftrag gegebenes Gutachten zu diesen Berechnungen sei nie publik gemacht worden. Wofür es keinen Grund gebe, wenn die angeblich fehlerhaften Berechnungen denn dadurch widerlegt würden, so Jentzsch. Mit Geheimhaltung werde jedenfalls »kein Vertrauen aufgebaut». Mit »pseudo-wissenschaftlichen» Argumenten werde zu belegen versucht, dass bei einem Flugzeugabsturz aufs Zwischenlager nichts passieren würde. Doch niemand wisse, was die Castor-Behälter wirklich aushielten. Da wäre es ehrlicher gewesen, wenn das BfS erklärt hätte, dass ein Terrorangriff zum Restrisiko gehöre. Ulrich Flöter und Klaus Wojahn sprachen sich zwar auch für reale Falltests mit Castoren aus. Doch die vom BfS vorgetragenen Daten überzeugten sie offenbar. »Ich kann nicht das Gegenteil beweisen», sagte Flöter. Er vertraut darauf, dass mehrere Wissenschaftler hinter dem Gutachten stehen. Nach der Hochwasser-Katas-trophe im August 2002 an der Elbe bleiben rund 935000 Euro an Kosten beim Landkreis Lüchow-Dannenberg hängen. Die Hochwasser-Katastrophe hat der öffentlichen Hand allein für Lüchow-Dannenberg 3,66 Mio. Euro gekostet. 2,73 Mio. Euro davon hat das Land Niedersachsen übernommen, erfuhr der Kreisatomausschuss, in dessen Zuständigkeit auch der Ka- tastrophenschutz fällt.
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Bearbeitet am: 04.11.2004/ad