vom 29.08.2003
| as Lüchow. Bei der Polizei sind die Vorbereitungen für
den nächsten Castor-Transport ins Atommüllzwischenlager nach Gorleben angelaufen. Das
hat Friedrich Niehörster, Direktor der Polizei im Regierungsbezirks Lüneburg, auf
EJZ-Anfrage bestätigt. Nicht bestätigen wollte Niehörster den Termin 12. November. »Die Vorbereitungen laufen ganz normal, wie in den zurück-liegenden Jahren auch. Wir sind dabei zu prüfen, wie viele und welche Kräfte wir aus anderen Bundesländern zur Sicherung des Transport bekommen werden», schildert Niehörster. Derweil sei die Polizei »sehr aufmerksam» dabei, »was unser Gegenüber so macht». Einzelheiten nannte der Direktor der Polizei nicht. Nur soviel: »Wir sind optimistisch, dass alles so läuft wie in den vergangenen Jahren.» Auf die Frage nach der von Atomkraftgegnern kritisierten schleppenden Vorführung von Ingewahrsamgenommenen zur Anhörung durch die Justiz kündigte Niehörster an: Bei der Auswertung der Abläufe des zurückliegenden Castor-Transports sei diese Frage in Polizeikreisen intensiv erörtert worden. Beim nächsten Transport sollen technische Vorkehrungen getroffen werden, »um das Informationsgebilde zu verschnellern», um die Festgesetzten schneller als in der Vergangenheit dem Amtsrichter vorzuführen. »Ob das klappt, muss dann die Praxis zeigen.» An technischen Veränderungen sind zum einen eine schneller EDV-Vernetzung vorgesehen, die die Abfrage persönlicher Daten zügiger ermöglicht. Zum anderen sollen mehr Transportmöglichkeiten für Gefangene bereitgestellt werden, um den Abtransprort vom Ort der Gefangennahme zur Gefangenensammelstelle (GESA, zum Beispiel nach Neu Tramm), wo die weiterer Erfassungen und die richterlichen Vorführungen stattfinden, zu beschleunigen. All das sei von den Polizeiverantwortlichen erarbeitet und dem Innenministerium vorgeschlagen worden, berichtet Niehörster. Der Direktor der Polizei versichert, dass beim nächsten Transport auch genügend Personal in den Gefangenensammelstellen vorhanden sein werde, um die Erfassung der Personalien schneller als bisher zu gewährleisten. In der Vergangenheit war dies ebenfalls ein vielfach geäußerter Kritikpunkt von Atomkraftgegnern, die von der Polizei in Gewahrsam genommen worden waren. |
Bearbeitet am: 29.08.2003/ad