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vom   15.11.2002

»Der totgesagte Widerstand lebt»

Bilanz der Atomkraftgegner

dm Gedelitz. Es klang fast wie eine Beschwörung der Medien, als Dieter Metk, Sprecher der Bürgerinitiave Umweltschutz die Protestes gegen den Castor-Transport resümierte: »Der totgesagte Widerstand lebt.» Allerdings hatten die Teams der Fernsehsender zu diesem Zeitpunkt die Abschlusskonferenz der Atomkraftgegner im Gasthaus Santelmann in Gedelitz schon verlassen.

Und zwar aus Protest gegen Beschimpfungen des Publikums und weil Nachfragen zur Blockade des ICE in Lüneburg nur ausweichend vom Podium beantwortet wurden.

»Der Widerstand wird weiterhin von der breiten Bevölkerung getragen», sagte BI-Vorsitzende Rosi Schoppe. An vielen Aktionen hätten 1000 bis 2000 Menschen teilgenommen, darunter »sehr viele» Jugendliche. »Unser Ziel bleibt es, den Endlager-Standort Gorleben zu kippen. Das wird keiner im Wendland aufgeben.»

Darum ging es bei den Protes-ten gegen den sechsten Castor- Transport nach Gorleben auch nach Ansicht von Matthias Edler von Greenpeace: Wichtig sei nicht, wie lange sich der Transport verspätet, sondern die ungelöste Atommüll-Endlagerfrage. Gorleben sei kein regionales Problem, das habe sich in diesen Protesttagen bestätigt. Der Widerstand sei nicht gebröckelt, sondern habe sich in die Länge gezogen.

Ingesamt 80 verletzte Demonstranten seien dokumentiert worden, berichtete Kers-tin Rudek von der Sani-Koordinationsstelle der Castor-Geg- ner. Darunter ein Schwerverletzter, der in Hitzacker durch Schlagstockhiebe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe. Die Arbeit der Sanitäter sei von der Polizei unter anderem durch Platzverweise behindert worden, berichtete Rudek.

Trotz der Proteste des Republikanischen Anwaltvereins seien die Zustände in der Gefangenen-Sammelstelle (GESA) in Neu Tramm nicht besser als vor einem Jahr, urteilte eine Sprecherin des anwaltlichen Notdienstes. Die Polizei halte sich nicht an gesetzliche Vorschriften und das Grundgesetz. Die Pflicht zur unverzüglichen Richteranhörung sei absichtlich verzögert und ignoriert worden. Insgesamt 293 Demonstranten seien bei den Protesten in Gewahrsam genommen worden.

Bearbeitet am: 15.11.2002/ad


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