| Leserbrief der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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in der

vom 28.11.2003
| Niedersachsens Umweltstaatssekretär Christian Ebel (FDP) plädiert für
die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches
Atommüll-Endlager. Gleichzeitig macht die Landesregierung Druck und möchte den
"Schacht Konrad", ein ehemaliges Erzbergwerk bei Salzgitter, als Deponie für
die schwach- und mittelaktiven Abfälle genutzt sehen. Dass ausgerechnet aus dem Umweltressort den Atomlobbyisten so viel Liebedienerei entgegengebracht wird, ist frappierend. Denn der Strombranche, genauer gesagt, den Produzenten von Atomstrom und Atommüll geht es allein darum, keinen müden Cent mehr als bisher aus dem milliardenschweren Topf der "Rückstellungen", den sie quasi steuerfrei für den Zweck der Endlagersuche bzw. den Bau von Endlagerstätten angespart haben, für eine Erkundung von Alternativen zu Gorleben und Salzgitter auszugeben. Dafür werden geologische Fragwürdigkeiten wie in Gorleben oder anhängige Gerichtsverfahren wie in Salzgitter seitens der CDU/FDP-Landesregierung in den Wind geschlagen. Warum können die neuen Machthaber an der Leine nicht einmal den Ausgang der Gerichtsverfahren in Sachen "Schacht Konrad" abwarten? Völlig absurd ist die Beschreibung des Gorleben-Projekts: die bergmännische Erkundung sei weit fortgeschritten, sagte Eberl. In Gorleben wurde 1986 mit dem Bau eines Bergwerks im Salzstock Gorleben begonnen, obwohl die Auswertung der Tiefbohrungen zur Erkundung des Deckgebirges und der Flanken des Salzstocks erhebliche Zweifel an der Eignung jenes Salzstocks als Atommülldeponie zu Tage brachten: Wasserführende Schmelzwassersände liegen direkt auf dem Salzgestein, an den Flanken sind an mehreren Stellen Verbindungen zu oberen Grundwasserstock vorhanden. 1984 plädierten beispielsweise von 9 Gutachtern 5 in einer öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestages für den Abbruch der "Erkundung", und 1985 berichtete die FR (25.7.1985), schon 1983 hätte die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, die Vorläuferin des heute federführenden Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), sich für "Parallelbohrungen" eingesetzt. Allerdings mit internen Konsequenzen, den hauseigenen Kritikern wurde ein Maulkorb verpasst. Die vielen Wassereinbrüche und Laugenzuflüsse beim Abteufen der Schächte gaben weitere Hinweise auf die Fragwürdigkeit des Unternehmens Gorleben. Geschichtsblind und lobbyhörig agiert das Umweltressort, dessen Chef Hans-Heinrich Sander (FDP) nicht einmal wagt, sich unseren Fragen in aller Öffentlichkeit zu stellen. Vorschub für das Agieren der Hannoveraner leistet jedoch der Berliner Amtskollege Jürgen Trittin, der es bis heute nicht geschafft hat, die offensichtlichen Gründe für die Nichteignung Gorlebens regierungsoffiziell zu benennen. Wolfgang Ehmke, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. |
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