| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 11.09.2003
| Nach Informationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg
stehen alle Castortransporttermine von und nach La Hague seit dem 9. August in Frankreich
unter Militärgeheimnis. In den letzten Jahren mussten die Termine auf Druck der
französischen Bahnarbeitergewerkschaft öffentlich bekannt gegeben werden, da diese für
sie mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Bislang hat die Betreiberfirma der
atomaren Wiederaufarbeitungsanlage La Hague, COGEMA, vor geplanten Transporten Zeit- und
Streckenplan innerhalb Frankreichs auf ihre Internetseite stellen müssen. Der mit der wendländischen BI befreundete französische Atomkraftgegner-Verband Reseau Sortir du Nucleaire (Ausstieg aus der Atomenergie) bewertet die militärische Geheimhaltung als Reaktion auf die zunehmenden gemeinsamen friedlichen deutsch/französischen Proteste gegen Atomtransporte zwischen beiden Ländern. Regierungsoffizielle Verlautbarungen des französischen Wirtschaftsministeriums begründen die stark umstrittene Geheimhaltung mit Terrorismusgefahr. Wer Transporttermine veröffentlicht, kann demnach mit Strafgeldern bis 75.000 Euro oder Freiheitsentzug von bis zu 5 Jahren bestraft werden. Aus Protest gegen die militärische Einmischung hat das Reseau Sortir du Nucleaire auf seiner Internetseite demonstrativ voraussichtliche Transporttermine bekannt gegeben. (http://www.sortirdunucleaire.org) Die Gorlebener BI, die selbst Mitglied im französischen Verband ist, protestiert aufs Schärfste: Es ist demokratischer Gemeinwesen unwürdig, zur Durchsetzung der gefährlichen Atomtechnologie die allgemeine Informations- und Kommunikationsfreiheit zugunsten von fragwürdigen Militärrechten zu opfern. Weder gigantische Polizeieinsätze, Freiheitsentzugsdrohungen noch Militärrecht werden verhindern, dass wir uns weiter gemeinsam mit den befreundeten französischen Initiativen vehement für die endgültige Aufgabe der Atomkraftnutzung einsetzen, so ein BI- Sprecher. Wer terroristische Anschläge auf den Atombereich fürchtet, steht in der Pflicht die Bevölkerung konsequent durch Abschaltung zu schützen. Schon während der kürzlichen Besetzung der Gorlebener Endlager-Baustelle in 840 m Tiefe kündigten zwei französische Teilnehmende weitere Proteste in Frankreich auch gegen den im November geplanten Transport von 12 Castor- Behältern nach Gorleben an. FrancisAlthoff Tel.: 05843-98 6789 + 0170-939 4684 |
Bearbeitet am: 11.09.2003/ad