Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 13.11.2002

CASTOR-Transport sofort abbrechen!

Bundesanstalt für Materialprüfung gesteht Fehlberechnungen ein

Berechnungen zur Stabilität und damit zur Sicherheit des CASTOR- Behälters sind grundfalsch durchgeführt worden. Entsprechende, seit langem bestehenden Vorwürfe wurden jetzt von der BAM bestätigt. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer Ausgabe von gestern (12. 11. 2002) berichtete, seien gemäß Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) die bisherigen Berechnungen nicht ausreichend gewesen. Bei einem Aufprall auf hartem Hallenboden können im Behälter Schwingungen auftreten, bei denen gemäß dem Neuesten Stand von Wissenschaft und Technik nicht mehr ausgeschlossen werden kann, daß diese zu Schäden führen.

Die FTD zitiert den Materialprüfer Völzke, wonach es "beim Absturz auf den Hallenboden (...) eine sehr hohe Beschleunigung (gibt) und an einzelnen Stellen des Behälters sehr hohe Verzögerungen. Dabei laufen sehr starke Schwingungen durch den Behälter. Der Antragsteller (für die Zulassung des Behälters, die Gesellschaft für Nuclearservice GNS, d. Red / BI) war nicht in der Lage, Auswirkungen dieser Einwirkung mit Zahlen zu unterfüttern"

Es bestätigt sich damit, daß die von "plusminus" erhobenen Vorwürfe bezüglich einer Falschberechnung der Krafteinwirkung auf einen vom Kran auf den Hallenboden stürzenden Behälter zutreffen. Danach kann eine Beschädigung nicht ausgeschlossen werden.

"Wir haben seit Jahren gefordert, daß Fallversuche mit Originalbehältern durchgeführt werden. Das war immer unter Verweis auf Berechnungen umgangen worden", kritisiert die BI Lüchow- Dannenberg. "In einem Gespräch mit dem "Atomausschuß" des Landkreises Lüchow-Dannenberg wurde vom BfS zugegeben, daß bislang Fallversuche nicht durchgeführt wurden, weil niemand die Kosten übernehmen wollte. Es ist ein Skandal, daß die BAM erst kurz vor dem aktuellen CASTOR-Transport diese Fehlberechungen eingestanden hat".

"Die Konsequenz für den laufenden Transport kann nur heißen: Sofortiger Abbruch, kein Weitertransport der Behälter nach Gorleben. Auch keine neuen Transporte in die Wiederaufarbeitung sei die logische Folge ", fordert die Bürgerinitiative.

Dieter Metk 0170-7627871 Francis Althoff 0170-9394684

Bearbeitet am: 13.11.2002/ad


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