Leserbrief der
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vom 08.11.2004
Betrifft: Tod im Wendland
| Die Sache mit dem Tod im Wendland scheint doch wohl etwas brisanter zu
sein, als ein paar Selbstdarsteller mit staatlichen Zuschüssen sich das bei ihrer
Veranstaltung gedacht haben. Zumal, wenn sie den leichtfertig herbeiführbaren Tod im
Wendland zu verharmlosen bemüht sind. Leider hatte das verehrte, nicht an Gewinnen
der Energieversorgungsunternehmen beteiligte Publikum keine rechte Lust auf
Totentänze. Hier hat man uns eine tickende Zeitbombe hinterlegt, von der wir nicht
wissen, auf welche Zeit sie eingestellt ist - 10 Jahre, 100 Jahre, 1000 Jahre,
übermorgen? Ein Spiel mit Leben und Tod wird in Gang gesetzt, damit die Dividende von
E.on gehalten werden kann. Und nun kommt ihr ehemaliger Mitarbeiter Dr. Meyer mit seinen fleißigen Ausstellungsmachern ganz harmlos daher, stellt sich mal etwas dumm und will uns mit Tod und Sterben vertraut machen. Nicht nur dass sie den möglichen Tod tonnenweise herbringen, sind sie jetzt auch noch so dreist, Lind wollen uns ihn schon mal recht schmackhaft machen. Mich hat der Titel Jod im Wendland" nicht abgeschreckt, ich habe nur kein Interesse an einer Werbeveranstaltung für Bestattungsunternehmer und Freunde stilvoller Todesfeiern. Alte Gebräuche zu studieren kann dagegen durchaus sehr lehrreich sein. War für Opa und Oma das Sterben für Volk und Vaterland eine unausweichliche Schicksalsangelegenheit, haben wir es heute mit unausweichlichen Kollateralschädcn und Restrisiken zu tun. Vielleicht sollte man eine die Regionalgegenwart berücksichtigende Veranstaltung zelebrieren: "Mord im Wendland". Da gäbe es sehr interessante Unterthemen: Warum das Leben eigentlich ein höheres Gut ist als der Kapitalmarkt. Ob es sich im Katastrophenfall in Gorleben uni unausweichliches Schicksal, Totschlag, Mord oder Völkermord handelt. Es könnte nicht schaden, sich mal ein paar Gedanken darüber zu machen, auch wenn dies ohne staatliche Zuschüsse geschehen müsste. Und was ist mit den Verantwortlichen des lebensgefährlichen Abenteuers? Die kommen ja noch nicht einmal mit einer ganz gewöhnlichen kippe klar. Christoph Lang, Loge |
Bearbeitet am: 08.11.2004/ad