Leserbrief der
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vom 02.12.2003
Zum Leserbrief "Reden über die Rolle der Polizei" von Eckhard Gremmler (EJZ vom 11. November)
| Sicher hat es wenig Sinn, dagegen anzureden, wenn jemand nicht verstehen
will. Es geht nicht um Erschwernisse während des Transports. Und es geht nicht darum, in
dieser Zeit ein Stück Normalität, wie immer diese auch aussehen mag, durch
Konfliktmanager zu bekommen. Es geht darum, dass Sie, verehrten Schützer der Castoren,
nach Hause gehen und diese Behälter mit dem Gefährlichsten aller Stoffe bei uns
deponieren. Und das ist nicht normal, niemand auf der Welt findet das normal, und niemand
will es haben und wir auch nicht. Und das lässt sich nicht durch 1000
Konfliktmanager besser reden, wegdiskutieren oder gar auf einem gemeinsamen Nenner mit uns
bringen. Niemals! Und nun meine kleine besondere Erfahrung in diesen Tagen: Von Gusborn aus wollte ich gegen 20.30 Uhr nach Hause. Es war die ganze Zeit eine entspannte Stimmung gewesen, die Polizisten standen herum und unterhielten sich. Als ich die Straße entlangging, stellten sich mir plötzlich zwei Polizisten entgegen, ich dürfe hier nicht weiter. Ich sagte, ich wolle nach Hause, und mein Auto stünde hinter ihnen. Das hätte ich mir früher überlegen müssen, nun ginge das nicht mehr. Ich solle zurückgehen und irgendwie außen herum (über Acker und durch Schweineställe womöglich). Ich meinte, in meinem Alter könne er mir wohl nicht vorschreiben, wann ich nach Hause muss. Doch, das könne er, antwortete der "Sprechführer". Ich fragte ihn darauf, ob er es richtig und günstig finden würde, die Bevölkerung schon vor dem Transport so zu brüskieren. Er meinte darauf, dass er seinen Beruf toll finden würde, und er könne mir sagen, was zu tun sei. Ich sah ihn darauf nur einige Minuten ohne Worte in die Augen. Das war ihm offensichtlich unangenehm, denn er sagte., ich könne ihnen kein schlechtes Gewissen einreden, sie hätten nämlich keines. Ich sagte, er würde es schon einmal in seinem Leben feststellen, dass es da sei. Nach einer Weile sagte ich, dass ich gerne seinen Namen wissen möchte. Nein, den würde er mir nicht sagen. Daraufhin wiederholte ich diese Bitte, die wieder abgeschlagen wurde. Nun ging eine Frau an ihm vorbei und wurde nicht von ihm behelligt. Ich wies ihn darauf hin und sagte, dass er offensichtlich Unterschiede macht und je nach Laune verfährt. jetzt wurde es anscheinend seinem Kollegen unangenehm, denn er raunte mir zu, ich solle schnell durchgehen. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich, das ist für mich Normalität. Nun sehr geehrter Herr Konfliktmanager, sagen Sie mir bitte, ist dies einer Demokratie würdig, und ist es gut, dass Menschen ohne Namen und Gewissen uns über Jahrtausende strahlenden hochradioaktiven Müll in den Landkreis geleiten? Was können Sie bitte für mich tun? Eva Schubring, Lüchow |
Bearbeitet am: 02.12.2003/ad