Dokumentation:
| Für die
Organisatoren der CEBIT in Hannover vom 19. 3. - 25. 3.
könnte eine Horrorvision Wirklichkeit werden: Das
übliche Verkehrschaos zur An- und Abfahrt, das die
Besucher und Aussteller der weltgrößten Computermesse
jedes Jahr in Angst und Schrecken versetzt, könnte sich
in diesem Jahr noch einmal kräftig verstärken. Sind
schon bislang immer wieder Stau und stundenlanges
Stop-and-Go rund um die niedersächsische Messestadt
trotz logistischer Meisterleistungen der Verkehrspolizei
nicht zu vermeiden gewesen, droht jetzt möglicherweise
das totale Chaos. Anti-Castor-Aktivisten denken darüber
nach, ob mit Demonstrationen zur Messezeit nicht
empfindlich in das Verkehrsgeschehen eingegriffen werden
könne. Für den CASTOR-Transport, der in der Zeit zwischen dem 21. und dem 25. März aus den Atomkraftwerken Gundremmingen und Neckarwestheim sechs mit Atommüll beladene Behälter über die Schiene in das nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus bringen soll, ist bereits der größte Polizeieinsatz der Geschichte der Bundesrepublik vorgesehen. In Steigerung der Polizistenzahl, die den letzten CASTOR-Transport in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben mit insgesamt 30000 Polizeibeamten absicherte, sind für den Weg nach Ahaus bis zu 40000 Ordnungshüter eingeplant. Aus diesem Grunde sind bereits Bundesliga-Fußballspiele verschoben worden, weil zur Absicherung der Stadien keine ausreichenden Polizeikräfte verfügbar wären. Eine Messe, wie die CEBIT, könnte durch Demonstrationen massiv gestört werden. Wenn Niedersachsen, wie andere Bundesländer auch, Einsatzkräfte an das Nachbarland ausleiht, fehlen diese in der Messestadt. So könnten tatsächlich kleine Gruppen von AKW-Gegnern durch angemeldete oder spontane Demonstrationen, oder durch kurzzeitige Aktionen auf Autobahnen und Schienen rund um Hannover das Messegeschehen massiv blockieren. "Unsere Bullen bleiben hier" und "Nix fährt mehr", unter diesem Motto sind bereits für viele andere Städte, die von den CASTOR-Bahnstrecken berührt werden, Aktionen angekündigt. Aber auch wenn die Atommüllbehälter die niedersächsische Landeshauptstadt umfahren sollten, sind Proteste nicht ausgeschlossen. Wir dokumentieren im folgenden einen Aufruf einer Gruppe "CCC - Cebit? Castor? Chaos!", der uns zugespielt wurde: stell dir vor es ist cebit - und
keiner kommt hin
oder auch nicht. wenn demos stattfinden. gegen den
CASTOR. auf den autobahnen. auf den bahnhöfen. auf den
bundesstraßen um und in hannover. dem messeschnellweg.
der innenstadt. wir auch nicht. ccc. |
Bearbeitet am:03.03.1998/dm