Flugblatt der BI
Tag X in Gorleben: Im November 2004 wird ein weiterer Atommülltransport mit 12 Castorbehältern von La Hague nach Gorleben durchgeführt werden.Castor 2004 "Play it again!"Atomkonsens, warum der Atomausstieg kein Atomausstieg ist" die Rolle der Energieversorgungsunternehmen und was wir dagegen tun können Die Debatte um den Atomausstieg ist neu entfacht: zum einen durch die Pläne des deutschfranzösischen Firmenkonsortiums Areva (Siemens und Framatome), den "europäischen Druckwasserreaktor" in Finnland und Frankreich zu realisieren, zum anderen durch das späte Eingeständnis staatlicher Stellen, dass eine Vielzahl von Reaktoren in der BRD nicht gegen Flugzeugabsturz gesichert sind. Bei nüchterner Betrachtung zeigt sich, dass Rot-Grün den Atomausstieg lediglich auf dem Papier realisiert hat. Der sogenannte Atomkonsens, die Vereinbarung zwischen Regierung und den vier großen Energieunternehmen im Lande, sichert den Kraftwerksbestand und die Profite, doch die Atommüllentsorgung bleibt ein Problem der kommenden Generationen. Unterzieht man die sogenannten Ausstiegschritte der Regierung einer politökonomischen
Analyse, dann kommt man rasch zu der Erkenntnis, dass die Marktlogik der Konzerne durch
den Atomkonsens und die darauf fußende Novelle des Atomgesetzes an keiner Stelle
durchbrochen wird. Mit Erleichterung werden die Konzernvertreter auf die Haltung von
Rot-Grün reagiert haben, stärkt es sie doch auf dem liberalisierten europäischen Markt
Die Politik der "Nadelstiche", Auflagen und Nachrüstungen im Rahmen -
eines sicherheitsorientierten Gesetzesvollzugs hatten hingegen - im Zusammenspiel mit
einem starken außerparlamentarischen Druck - in den Jahren vor dem Regierungsantritt von
Rot-Grün 1998 zur Stillegung der AKW's Würgassen, Hamm-Uentrop und Greifswald geführt
sowie zum Abbruch der Genehmigungsverfahren und des Baus des Schnellen Brüters Kalkar und
der Plutoniumfabrik Wackersdorf. Die Rückstellungsmilliarden der Atomstromproduzenten- sie belaufen sich auf rund 35
Milliarden Euro - bilden deren "Kriegskasse" und begründen deren ökonomisch
übermächtige Position. Die Überführung dieser Rückstellungsgelder in einen
öffentlich-rechtlichen Fonds - würden die Position der "Player' auf dem
Energiemarkt neu positionieren und eine neue Dynamik in energiepolitische Optionen
bringen. Neue Bündnisse zwischen Globalisierungsgegnern, den Betroffenen neoliberaler Politik und Umweltbewegung können angesichts der herbeigeredeten "Renaissance der Atomkraft" ein Treibsatz für eine " Renaissance des Widerstands" wie zuletzt im Herbst 2003 in Gorleben sein. Unser Spielfeld" heißt weiter Gorleben, und was wir bewegen, hängt davon ab, wie viele Mitspieler/innen sich im November 2004 beim Castor 2004 einmischen. Eine Armada von Polizisten tritt jedes Jahr gegen uns an, um den Castortransport nach Gorleben durchzuprügeln. Trotzdem gelingt es durch List und Entschlossenheit Tausenden, sich immer wieder querzustellen und sich dem atomaren "business as usual"% zu widersetzen. Der Kampf um das Demonstrationsrecht und gegen den Atomstaat, polizeiliche Willkür und Besatzerstrategien ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Auseinandersetzung geworden. Wir lassen uns nicht einschüchtern und kriminalisieren: Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg e.V. |
Bearbeitet am: 27.06.2004/ad